stagnation

Full brown, 4 points

stagnation

es würde keine romanze geben

das orakel spulte ein band ab

immer wahnsinniger und schneller

per mailorder kommen eine einladung

und der status quo. über eine solche liebeserklärung wäre selbst

ingeborg bachmann, 47, enttäuscht

mehr sterilität verspricht nur die zahnärztin

mit ihren gummierten fingern

bis vor einer woche

hörte ich nur getuschel

in einer karaoke-bar

fragte jemand nach gleitgel.

während ich karamelisierte gedanken hegte

an die frau, von der

ich noch immer nicht weiß, wie lange sie

ohne luft zu holen – unter wasser bleiben kann.

fünf tage? ein leben lang?

in dieser souterrainwohnung, wo sie nervös

piercings und ein geschenk verpackt

kann sie beobachten, wie verliebte

sich katastrophen zugesellen,

sittsam krumen streuen fürs picknick der zentauren

und sich übers ohr gehauen fühlen.

leiden und begehren, die rebellische hand

im aszendenten zum kontinuum.

du in dunklen jeans, wirfst brillante liebkosungen,

gefühle wie dominosteine um,

während ich unsummen an gelegenheiten verlor

dich zu treffen. und tatsachen ignoriere

doch gehe ich wegen herrn `de sade niemandem an den kragen

alchemisten, sprengmeister, sprachmaurer

hundertachtzig fragen und dynamit bersten

am ende schreibe ich slam wie sie spricht

in klammern eine übersetzung und auf der zunge

die hostie meines körpers und ihre zentelmillimeter wimpern

blakes beichte unterm kopfkissen

sie arrangiert meinen körper

drapiert früchte, farben und küsse auf meinem schlüsselbein

sinne und nerven, toxisches aus dem blau,

sie alphabetisiert die richtung des lichts

und ich wünschte sie zu lieben, als würde ich angezündet.

dennoch: es würde keine romanze geben

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