Schlittschuhfahren auf dem Gedankeneis

Pyrenäenberghund Mix Welpe

Yoshi beschert mir, seitdem ich sie im November 2018 aussuchte, eine solche Berg- und Talfahrt, wie ich sie noch nie erlebt habe. Nun hängt das unter Umständen damit zusammen, dass Yoshi bereits krank zu mir gekommen ist. Und damit, dass ich wohl insgeheim doch zu den Naiven gehörte, die glaubten, mit so wenigen Wochen Lebenszeit wäre das lediglich eine Frage der richtigen Diagnose und Medikamente.

Hoffnung ist nie naiv

Natürlich ist das Unsinn. Es gäbe dann weder Kinderhospize noch Kinderstationen in Krankenhäusern.

„Nur eine einzige anders gewählte Abzweigung, und mein Leben wäre wohl ganz anders verlaufen.“ schreibt Ravena Wolf in ihrem schamanischen Roman „Die weiße Rabin“.
Wie viele ähnliche Sätze haben Sie schon gedacht, gelesen, selbst geschrieben?

Und wie oft haben uns Krankheiten oder gar der bevorstehende Tod von geliebten, uns nahestehenden Wesen an Zustandsränder geworfen, die sich keineswegs mehr nach Ufer anfühlten?

Wie immer jeder sich selbst als Ich, als Ego, als mitfühlend, als eng, als großherzig, als zweifelnd, als positiv denkend erlebt, die meisten erleben sich als ICH. In Bezug zu anderen, als in-sich-eingesperrt, als-mit-sich-zufrieden, als lernfähig, als forschend, eher kreativ….usw. Immer empfinden wir irgendwie, irgendwas. Und dann passieren diesem Ich Dinge, Situationen, wir pflegen Traditionen, glauben, wir hadern mit unseren „Schicksalen“, wir verdrängen, wir tun, machen und sind selten still.
Gestern Nacht träumte ich von Wildschweinen in der Fellfärbung Yoshis, sie waren riesig, aber eigentlich hatte ich keine Angst. Ich war im Traum mit Bekannten und Hundetrainerinnen auf Reisen und eine dieser Trainerinnen war immer wieder erstaunt, dass ich doch nicht ganz so „seltsam oder unreflektiert“ war, wie die, für die sie mich gehalten hat. In diesem Traum gab es Bären, die bereits erwähnten Wildschweine, Hunde und es wurde mir dringend geraten, ihnen zu misstrauen.

Misstrauen im Traum, Spiegelungen im Tagzustand

Beim Erwachen fragte ich mich, wie schon so oft, wieso eigentlich glauben wir, dass Träume „NUR“ Träume sind und das vermeintlich „echte“ Leben so echt?

Man kann natürlich auf verschiedenste Weisen mit solchen Philosophien umgehen. Man kann heutzutage einfach Traumdeutungen im Internet aufrufen und sich damit zufriedengeben:

„Eine besondere Erscheinungsform des Schweins im Traum ist die eines Hybridwesens aus Schwein und Hund. Beide Tiere sind Schnauzenwesen, die auch nicht gerade sehr leise Laute von sich geben. Ein solches Wesen stellt den bekannten inneren Schweinehund dar. Träumt man von einem Schweinehund, bedeutet das in vielen Fällen, dass man versuchen sollte, ein bestimmtes Problem endlich anzugehen, frei nach dem Sprichwort „den inneren Schweinehund überwinden.

Diese übertragene Symbolik könnte ich mir sogar vorstellen, möglicherweise ging es tatsächlich um meinen inneren Schweinehund.
Zu dem erschienenen Bären weiß das Traumdeutungslexikon folgendes: „Auf spiritueller Ebene symbolisiert der Bär Stärke, Mut und Macht. Letztere kann sich entweder auf jene bedrückende, besitzergreifende Macht, die man von weiblicher Seite erfährt oder selber ausübt beziehen oder aber auf die eigene Energie und Durchsetzungskraft, mit der man schwierige Lebenssituationen bewältigen wird.

Das Traumsymbol kann auch als Warnung vor der ungestümen Kraft, die dem Träumenden innewohnt, verstanden werden – als Warnung, diese Kraft vorsichtig einzusetzen, um nicht über das Ziel hinauszuschießen. Andersherum kann es auch als Aufruf verstanden werden, sich mehr zuzutrauen, sich nicht zu verstellen und ganz man selbst zu sein.“

Aber genau das ist ja auch nur so eine Art Eislaufen auf der Gedankenschlittschuhbahn?

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen