on stage

Full brown, 4 points

on stage

„Like a Sunday Morning“ Faith No More

hinter dem wohnwagen

steht jovovich mit klettverschluss. den blick in der puderdose

auf augenhöhe: der regisseur besteht auf einer alligatorfarm

farben, sagt er, wie im „million dollar hotel“

aber ich habe die gewohnheiten

einer hure, zu viele bedürfnisse.

jovovich versteht nicht, sie pudert lächelnd

ananasshake? zwei kameras

überm bettrand hängt ein kopf.

mit den zähnen ein kondom überzustreifen

erfordert geschick, sie singt eine oktave

zu tief: satellite of live,

das saxophon stottert,

alles auf anfang. you bastard…

manisch, auf seltsam erotische weise

kann sie dich in fünf minuten in stücke reißen

sehr blond löffelt sie ihre cupnudeln, redet

über mode und zigarettenmarken, west ice…

man sollte sich nicht irre machen lassen, etwas bewahren

da könnte man auch nach bali fliegen,

sagt jemand aus der crew,

sie lächelt trotzig und ungeschminkt

h&m ist eben nicht dior, aber dann ist da

das zweite gebot, nicht immer focussiert man unendlichkeit.

beruhigt sich vergangenes?

als könne ihre zunge durch den schmollmund
den himmel fliehen, beißt jovovich ihre unterlippe,

ein anderes gestirn. zwischen feuerbohnen und cashewnüssen

dafür schwört sie auf seidenunterwäsche,

und da sind gerüche, für die es sich zu leben lohnt.

sehr blond verrührt sie eis mit kubalibre

bist du so weit? glas klirrt

schaumbadlöffel, unter ihrer bauchfalte entdeckt

sie einen taillenschatten. darin könnte

ein vodoo-priester tarot legen.

jovovich starrt

dem alligator ins stinkende maul, lässt die puderdose fallen

und ist heilfroh, als jemand ihr eine zigarette anbietet

erinnerungen funktionieren auf seltsam beruhigende weise

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