Reisen

hellblaues gedicht

hellblaues gedicht

weil wir die nächte mit halbherzigen
art dèco gedanken
süßholzgeraspeltem belagern,
geht das leben barfuss
einsiedlerkrebse jagend,
aquamarin und seeigel sammelnd
algenstränge geschultert
in die dogenstädte herauf.

das licht aus allen kronleuchtern
lässt uns gewähren, wenn wir
lagunenmilchiges geschwätz
gen herbstgewahrsam verströmen.
es kümmert sich nicht

um uns, die wir am heimweh
nach universen
mit allzu wüsten hungergedanken
nagen. unbenamt hausen wir
in einer handvoll zitronensauren snobismus

und pirschen durch repliken, den geschmack
von vanille, weißer kobra
einer würze aus wahn und obhut
cajun cuisine.

an diesem meeresklavier
hissen wir verwehte körnige
gedankenböen über verstimmte
stereotype saiten, die wir
manisch hätscheln.

mit verschmierten brillengläsern
stellen wir uns gott wie einen fliegenden
händler vor und ahmen
den klang des teppichklopfers
im rhythmus des gebets nach.

unsere schuhe wie eine sanduhr aufgestellt

was belichtet werden will
ist wie die liebe
die ihren namen in ein hohes gebäude führt

dort nach einem gefunkten vendetta zu suchen
der reine widerspruch

Journalistin, Fotografin, Hundeteamleiterin

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