armada, 1999 sunday

Full blue, five points

armada, 1999 sunday

da stellte jemand einen oszillator

auf diese rauschende frequenz

und die eurythmics standen greifbar nah

am brandenburger tor: so good to see you, sweet berlin

die welt bleibt in ihren angeln

und fischt nach normal sterblichen.

später hatte jemand betäubendes gegessen

meeresfrüchte, champagnerfinger

aber sollte ich diese verabredung mit den augen

deshalb absagen?

es war sonntag, abend, die hand am lichtschalter

beobachte ich nachtlutscher, barbiepuppen

etwas, das man glauben möchte, aber nicht erreicht

eine nervöse frau mit einem nagelneuen sextoy

simulierte den zusammenbruch unter einer delphinflosse

who’s that girl?

als sie sich gegen elf verabschiedet

falte ich pergamenthände, ein tryptichon

das nach tamarinde und neujahr riecht

manche sehen im dunkeln wie tiere

wir wussten, wie schwarz und weiß

mühlsteine sein konnten

aber nicht, wie ein gleichmäßig buchstabiertes herz

ein stochernden finger, der eine massive attack abwehrt

so ungefähr visioniert, gingen wir vorüber

an jemandem mit karten für annie lennox

in einer kabine übt jemand einen text

krumme haken am ende eines jeden satzes

es riecht nach mädchenumkleideraum

und turnbeuteln, jemand klopft an die tür

erhofft eine duschszene

es ist eine weile her, dass es alternativen gab

liebe trägt man nicht wie blessuren oder

anstecknadeln. vielmehr bewegt sie sich

an sonntagabenden ohne ortung

unentwegt zirpend

eine armada unter den herzfittichen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert