amerika

Full brown, 4 points

amerika

zwanzig häuser, dahinter

ein verwaister hafen. im zweiten

weltkrieg hat jeder hier flach unter deck

gelegen und gebetet.

touristen sehen, als sie mit der empfangsdame

sprechen, langgehegte vermutungen

ungerührt bestätigt.

eine menge kleingeld, dahinter

die west side. um neunzehn uhr dreiunddreißig

legt jemand eine jazzplatte auf und telefoniert

bei laufendem motor. mit warmen füßen

es riecht nach weißen schals, kaschmir, parfum

man legt sich einfach den freien arm in den nacken

lässt finger über tasten gleiten, soloversion, das pedal

unterm wippenden fuß, im spiegel münder und diese

umarmung, abends leimt jeder sich zusammen.

sie schleppen liza minelli auf die gastbühne

wo verwegen und zweistimmig gelacht wird

während die diva ein alkoholisiertes gesicht und rasierte beine

entblößt. in der garderobe glaubt jemand, einen senator

wiederzuerkennen, gemeinsam gedient?

batallionsnummer, fragezeichen, nice to meet you

katzen streunen räudig, und die abende

sind in getrüffeltes orange getaucht

sie schwanken, als hätte jemand die zeit

an einen schaukelstuhl gefesselt

so umständlich kann leben sein.

die empfangsdame empfiehlt wodka

gemixt mit einem esslöffel kondensmilch,

und jede süße siebte nacht ist bei ihr gratis

schlüssel auf dem mietwohnküchentisch und ein zettel

wie du die katzen füttern und die fenster schließen musst

sie fingert an ihrem toskaroten ring

während die nasa schweif und koma von harrington-abell

ansteuert. liza poliert coins, einen rosenkranz

und zählt die stunden ihres lebens pillenfarben, in viertelstunden ab.

trüffelorange, loungeblau, pure geometrie…

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