Aceh, Tsunami

weiß gekleidete Männer in Schutzanzügen nach dem Tsunami auf einem roten Autodach

Als Journalistin und Pressesprecherin verschiedener Hilfsorganisationen reiste Carola Güldner im Jahr 2005 mehrfach nach Aceh. Ein halbes Jahr nach dem Tsunami begegnete sie Menschen, die alles verloren hatten und dennoch versuchten, ihren Alltag neu aufzubauen. Die Fotos dieser Serie zeigen keine Sensationen, sondern Gesichter, Begegnungen und Augenblicke des Neuanfangs in einer Region, die zuvor jahrzehntelang vom Bürgerkrieg geprägt war. Sie entstanden mit dem Vertrauen der Menschen vor Ort – und erzählen von Verlust, Würde und Hoffnung.

Provinz zwischen Ozean, Konflikt und Neubeginn

Aceh liegt an der Nordspitze der indonesischen Insel Sumatra und ist die westlichste Provinz des Landes. Die Region umfasst rund 58.000 Quadratkilometer und zählt heute etwa 5,5 Millionen Einwohner. Hauptstadt ist Banda Aceh.

Über Jahrhunderte war das Sultanat Aceh ein bedeutendes Handelszentrum zwischen Indien, Arabien und Südostasien. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens entwickelte sich ein langjähriger Konflikt zwischen der Zentralregierung und der Unabhängigkeitsbewegung GAM (Gerakan Aceh Merdeka). Erst 2005, wenige Monate nach dem Tsunami, wurde ein Friedensabkommen geschlossen.

Am 26. Dezember 2004 traf der verheerende Tsunami Aceh besonders schwer. Allein in der Provinz starben oder verschwanden mehr als 168.000 Menschen, Hunderttausende wurden obdachlos. In einigen Küstenregionen wurde nahezu ein Viertel der Bevölkerung ausgelöscht.

Heute gilt Aceh als Symbol für Wiederaufbau und Versöhnung. Viele Spuren der Katastrophe sind verschwunden – die Erinnerungen der Menschen jedoch bleiben.

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