Deutschlandreise

Atmen, träumen, schreiben

Geschenke sind ein guter Indikator, ich kann daran ablesen, wer mich gut kennt. Glaube ich. Oder ein Teil von mir. Weihnachten schmeckt nach Einsamkeit, übertüncht von Schoko, Glanz und Präsenten unter toten, abgehackten Bäumen. Enttäuschende Geschenke säumten meine Weihnachtspfade, rauhfaserige Bademäntel in Schweinsrosa, die obligatorischen Nutzsocken oder Bücher, die ich nicht mag.

Am Heiligen Abend 2019 lehnte ich das Geschenk, eines Streits wegen, zunächst vehement ab. Aber Doris Dörries, glitzerverpacktes und fast schon im Müll gelandetes „LEBEN, SCHREIBEN, ATMEN“ tauchte wieder auf und versöhnte mich. Mit vielem.

Parallelen zu Elke Heidenreich taten sich auf. Deren Weihnachtsgeschichte „Erika“ plusterte ihre schweinsrosa Borsten eines echten Heiligabendpathos direkt vor meiner Nase vor mir auf. Auf Nase komme ich eigentlich auch nur des Atmens wegen. Und schwupp sind wir bei Grinberg. Atemtherapie.

Doris Dörries Köder ist in „Leben, Schreiben, Atmen“ vor allem skeptisch gegenüber dem „Wozu?“ und rät, dieses Orakel nicht zu befragen. Das Buch macht einfach Lust auf „Schreib um dein Leben. Frag nicht, zweifle nicht.“ Und kaum hatte ich es beendet, geschrieben, Träume notiert, fand mich ein neues Buch.
Auf einem Spaziergang an die Elbe brauchte ich dringend eine Toilette. Im riesigen Hamburger REWE-Supermarkt eines ehemaligen Fußballstars ging ich in die Waschräume und da lag Olga Kharitidis „Samarkand“ und „Das weiße Land der Seele“ auf dem Beckenrand. Normalerweise hätte ich solche Art esoterisch angehauchten Romanschinken nach Überfliegen des Klappentextes einfach liegen gelassen. Doch irgendetwas lockte mich, abzuwarten, ob die Frau, die sich gerade die Hände wusch, die zwei in einem Bücher mitnehmen würde. Tat sie nicht. Seither verschlinge ich die Erlebnisse der früheren Psychiaterin und nun als schamanische Heilerin wirkenden Frau und sehe immer mehr Verknüpfungen. Diese nehme ich in einem gesonderten Blogbeitrag auf, dieser Faden führt zunächst einmal scheinbar fort von Shambala, Belowodje und Atlantis.

Und zwar ins Hamburgische Museum für Kunst und Gewerbe.
Tatsächlich bin ich zum ersten Mal in eine Ausstellung aufgrund einer facebook-Ankündigung gegangen. „Amateurfotografie“ mit Führung hörte sich vielversprechend an.
Hielt ihr Versprechen auch.
Und dann entdeckten wir im Museumshaus noch soviel mehr, dass ich dachte, es wäre nicht so verkehrt, sich irgendwann einmal statt auf dem WGSofa einfach hier einzuquartieren….

Journalistin, Fotografin, Hundeteamleiterin

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