Fahrradtour

Wölfe und Raben: Teamplayer

Während eines – lang zurückliegenden – Seminars zum Thema „Hundehaltung“ erwähnte Referent Günther Bloch eine Beobachtung, auf die er sich in den darauffolgenden Jahren wesentlich intensiver konzentrieren wolle: Der Zusammenarbeit zwischen Wölfen und Raben. Nun möchte ich mich diesem Thema auf meiner „Wölfe-Raben-Herdenschutz-Tour“ mit dem VeloLab Yoshibike unter anderem auch widmen und mir von anerkannten ForscherInnen erklären lassen.

Wikipedia: „Raben und Krähen bilden zusammen die Gattung Corvus in der Familie der Rabenvögel (Corvidae). Die größeren Vertreter werden als „Raben“, die kleineren als „Krähen“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine taxonomische Einteilung. Die Gattung umfasst 42 Arten, die fast weltweit verbreitet sind und nur in Südamerika fehlen. In Europa kommen der Kolkrabe, die Aaskrähe (Rabenkrähe und Nebelkrähe), die Saatkrähe und die Dohle vor. (…)

Raben und Krähen zeigen großen Einfallsreichtum, um an Nahrung zu gelangen. So haben beispielsweise Nebelkrähen in Finnland gelernt, die unbewachten Angelleinen von Eisfischern aus ihren Löchern zu ziehen, um dann den daran hängenden Fisch zu fressen.[9] Geradschnabelkrähen, in deren Ernährung Bockkäferlarven eine große Rolle spielen, bearbeiten mit großer Sorgfalt zunächst Blattstiele, um dann die holzbewohnenden Larven so lange damit zu traktieren, bis sich diese in den Stiel verbeißen und von der Krähe aus ihren Fraßgängen gezogen werden können. In an Felsklippen brütenden Seevogelkolonien nutzen Kolkraben verschiedene Strategien, um an Eier und Jungvögel zu gelangen. So werden bei Ausfall von Brutpaaren in Lummenkolonien sofort die entstehenden Lücken genutzt. Der Kolkrabe landet in dieser Lücke und belästigt einen der direkt benachbarten Brutvögel so lang, bis dieser aufsteht und den Raben attackiert. Der Rabe weicht zurück. Wenn die Lumme daraufhin wieder auf ihr Nest zurückkehren will, packt der Rabe sie am Bein und zieht sie über die Nestkante. Dabei stürzen beide ab, der Rabe ist in der Luft jedoch agiler, fängt sich schneller und kann ein Ei oder Küken mit dem Schnabel greifen und wegfliegen.

Intelligenz

Wikipedia: Amerikanerkrähe

„Raben und Krähen zählen zu den intelligentesten Vögeln.[12] Beispielsweise zeigen sie in Experimenten die Fähigkeit, komplexe Handlungen zu planen.[13] Beim Verstecken von Futter zeigen sie sowohl große Merkleistungen als auch die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Ein Rabe scheint zu wissen, dass ein Futterversteck nur dann sicher ist, wenn er beim Verstecken nicht beobachtet wird.[14] Zudem legen Raben ein erstaunliches Lernverhalten an den Tag (Herstellung von Werkzeug, Nutzen des Straßenverkehrs zum Knacken von Nüssen und Früchten, wobei sie die von Autofahrern überfahrenen Nüsse an roten Ampeln aufsammeln). Kurz nachdem das Verhalten bei einem Individuum festgestellt worden war, wurde es auch in einem Radius von mehreren Kilometern um den Entdeckungsort herum beobachtet. Dies wird als Beweis für ein schnelles Lernvermögen interpretiert.[15] Häufig sieht man sie als Begleiter von Wölfen oder anderen Beutegreifern, um sich am Riss zu beteiligen oder zu stibitzen.

Ein Team um Heather Cornell an der University of Washington fand 2006 durch Experimente mit Masken heraus, dass die Amerikanerkrähen auf dem Campus der Universität in der Lage waren, sich Angreifer zu merken. Sie gaben dieses Wissen auch weiter. Im näheren Umfeld reagieren bereits nach zwei Wochen 60 % der Krähen auf die Maske des Angreifers. In einer darauf folgenden Studie konnte belegt werden, dass dieses Wissen um die Gefahr sogar an die Nachkommenschaft weitergegeben wurde. Die Krähen der nächsten Generation erkannten die ihnen eigentlich unbekannte Maske ebenfalls als Gefahr.[16]

2012 fand Alex Taylor von der University of Auckland bei einem Experiment mit Neukaledonienkrähen heraus, dass die Vögel die Fähigkeit besitzen, bei einem beobachteten Phänomen auf eine versteckte Ursache zu schließen. Die Krähen stellten einen Zusammenhang her zwischen einem Stock, der sich scheinbar von selbst bewegte, und einem Menschen, der kurz darauf ein Versteck in der Nähe des Stocks verließ. Zuvor war vermutet worden, dass nur Menschen in der Lage sind, eine solche Schlussfolgerung zu ziehen.[17]“ (Wikipedia)

Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen haben 2014 erste Ergebnisse vorgestellt, die auf eine gewisse Kommunikationsfähigkeit der Raben durch Gesten hinweist.[18]

Literatur:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13500640.html
https://www.kitchenham.de/PDFe/Verhalten/2010_06_teamplayer_wolfrabe.pdf
https://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/verhaltensforschung-einfuehlsames-rabenvolk-11041014.html
https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Naturwissenschaften/Raben_W%C3%B6lfe

Journalistin, Fotografin, Hundeteamleiterin

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